hr Fernsehen „Hauptsache Kultur“ zu Besuch bei Bäppi

Man glaubt es kaum. Hinter dem Künstlernamen “Bäppi La Belle“ steckt doch tatsächlich der Meister exakten Dreivierteltakts: Thomas Bäppler-Wolf. Ein Mann mit zwei Gesichtern. Nämlich drillgestählter Tanzlehrer und „däm“licher Travestiestar zugleich.

Am 24. Dezember des Jahres 1961 geboren, war der Familie schon lange vor dem ersten Pubertätspickel klar, dass Sohnemann Thomas keine Eignung für den Beruf des Bankiers aufwies. Auch für eine erfolgreiche Karriere als Vertreter von Unfallversicherungen oder als Repräsentant von Tupperware oder Avon war er nicht bestimmt. Ebenso schien eine angestrebte Laufbahn auf dem kirchlichen Sektor wenig vielversprechend – Kanzel kam nicht in Frage. Kanzler wurde ihm nicht angetragen. Blieb nur noch Glöckner (schon eher!) – oder doch einläutend einleuchtend: Der Schritt auf Tanzfläche und Bühne…

Diversen kläglichen Schauspielversuchen an der Haupt- und Grundschule ohne direkten Ruf nach Hollywood folgten die ersten penetranten Auftritte im näheren Bekannten- und Familienkreis, wo Verwandte gemartert und Freunde mit Vorführungen gefoltert wurden.

Damals süße 17 Jahr’ gelangte Bäppi dann in eine Frankfurter Tanzschule, in der er sogleich seine Ausbildung zum Tanzlehrer absolvierte.

Dicht gefolgt von der Gründung einer Tanzschule 1990 – wo die wöchentlich stattfindende “Bäppi La Belle-Show“ zur Erheiterung der Tanzschüler beitragen sollte. Damit die kursteilnehmenden Eintänzer nicht nur viel Vergnügen beim frivolen Schieber hatten – sondern das gestrenge Regime durch nicht grade tiefgründigen Quatsch und komödiantisches Wandlungstalent aufgelockert wurde.

Seine schauspielerischen Qualitäten von schauriger Dramatik präsentierte er u. a. in den Tanzschultheateraufführungen als:

Albin, in: LA CAGE AUX FOLLES
Emanuel Striese, in: DER RAUB DER SABINERINNEN
Prof. Traugott Nägler, in:  DAS HAUS IN MONTEVIDEO

Dass Bäppi sogar lesen kann, bewies die von seinem Publikum mit Schenkelschlagen quittierte Personalityshow „KULTURSCHOCK“ – BÄPPI LA BELLE liest; in der Artikel der BILD-Zeitung sarkastisch geschreddert wurden.

Von der Un-Kultur ging BÄPPI LA BELLE dann nahtlos zu den schönen Künsten über: Werke von Brecht, Weill, Hollaender und Co. wurden in dem Stück „Ich weiß ja nicht, ob Ihnen so was grad gefällt“, mit der pianistischen Unterstützung von Ulrike Will frenetisch gefeiert.

Fortsetzung on Stage folgte. Die Show „THIS IS MY LIVE“ schlug alle Besucherrekorde – und lief 17 Monate vor komplett ausverkauftem Haus. Aber es kommt noch dicker: „ICH WAR NIE REVUETÄNZERIN“ toppte mit 22 Monaten Laufzeit alles bisher in Frankfurt Dagewesene (auch BÄPPI war zwischenzeitlich noch mehr geworden). Mit der Show „TROUBLE ON BROADWAY“ ist der Begriff „TRAVEDY“ endgültig zum Markenzeichen geworden. Monatelang im Voraus ausverkaufte Vorstellungen sprechen für sich. Zum 10-jährigen Jubiläum des Tits-Theaters (Theater in der Tanzschule ) lief „MIT 66 FUMMELN““ unangefochten auf Platz 1. Die Show „ANGELA – DU GOLDISCH MAUS“ – die Show zur Kanzlerin – hat Bäppi endgültig in den Comedy-Olymp katapultiert. Selbst die Kanzlerin musste breit Grinsen. Ab Februar 2008 schlug das neue Programm „SAMSTAGS GIBT’S DICK SUPP“ ein wie eine Bombe. Das zusammen mit Schauspielerin Sibylle Nicolai verfasste Kochbuch zur Show „SAMSTAGS GIBT’S DICK SUPP“ wurde zum echten Kochhit. Im August 2009 erhielt Bäppi dann seine erste Auszeichnung. Den Ehrenpreis der Hessischen Apfelweinstrasse. Die Shows ADGMISDSIDBFK, ZUM ROSA BOCK, DIE VENUS VON KILO und ‚NE DAME WIRD ICH NIE führen den Erfolg weiter.

Selbst das Fernsehen hatte inzwischen seine Qualitäten erkannt. So spielte er neben Walter Sittler in „DER FUCHS“ auf SAT 1. Auch als Präsident der Regenbogensitzung in Frankfurt gibt er der Sitzung seinen Stempel.

Seinen bis dato größten Triumph erlebte er in den Jahren 2012-14, als er als Zaza im Musical „La Cage aux Folles“ in nie dagewesener Weise zuerst das Volkstheater und danach Theatrallalla in Frankfurt füllte. Standing Ovations bei jeder Vorstellung gaben den Kritikern recht.

Der Wechsel vom Tanzkurs zum Theater wurde 2012 erfolgreich durchgeführt. Hauptrollen in MY FAT FRIEND – GOLDEN GIRLS – VERLIEBT, VERLOBT, VERHEIRATET – MÖRDERKARUSELL – DIE KLEINE GEISHA und SISSI-BEUTELJAHRE EINER KAISERIN zeigen das außerordentliche Können dieses Ausnahmetalents.
Und weil sich mehr und mehr unternehmungslustige Zuschauer die Beine in den Bauch stehen um an Karten zu kommen – wird BÄPPI auf zigfachen Wunsch öfter auf der Bühne stehen, damit Frankfurt, Rhein-Main, Deutschland und der Rest der Welt immer was zu lachen haben.
Außerdem erleben wir Bäppi La Belle in der Rolle der Lisbet Windsor seit 2015 äußerst erfolgreich bei den Führungen durch das Historische Museum Frankfurt.